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O nas

Das Museum

1. Das Museum ist eine besondere Institution, deren Status hauptsächlich durch Sonderbestimmungen aus dem Gesetz vom 21. November 1996 über Museen regulieren (Gesetzblatt Dz. U. v. 1997, Nr. 5, Pos. 24 m. spät. Änd.).

2. Das Naturkundemuseum in Jelenia Góra wurde am 12. September 1954 als Naturkundemuseum in Cieplice Śląskie (Bad Warmbrunn, bis 1976 eine selbstständige Stadt) gebildet und eröffnet. Die Einrichtung entstand auf der Basis der Reste der üppigen Sammlungen der Familie von Schaffgotsch, die seit dem 16. Jh. zusammengetragen wurden und bis 1945 im ehem. Zisterzienserkloster, im Langen Haus und im der Reichsgrafen von Schaffgotsch zu Warmbrunn (Bücherbestand, Kunstobjekte, Militaria, Münzensammlung, Sphragistik, Naturwissenschaft) und Sobieszów (Hermsdorf; Archivbestand). Die Warmbrunner Sammlungen in dem ehem. Zisterzienserkloster in Warmbrunn wurden 1834 der Öffentlichkeit vorgestellt. Seit 1920 wurden die naturkundlichen Sammlungen im Rahmen eines Museums im Langen Haus präsentiert. Zu dieser Zeit wurde diese Kollektion auch die „Schatzkammer Schlesiens" genannt.

134iWappen der Grafen Schaffgotsch

134dWappen von Niederschlesien

1268Die Präbende des Zisterzienserklosters in Grüssau. Hier befanden sich 1834-1952 die Bibliothek und die Militaria-Sammlung.

Długi DomDas Lange Haus (Teil des ehem. Klosterkomplexes). Hier wurden 1920 – 1967 die naturwissenschaftlichen Exponate untergebracht und ausgestellt.

h1 261Das Schloss der Familie von Schaffgotsch in Warmbrunn. Seit der 2. Hälfte des 18. Jh. bis 1945 befanden sich hier die Kunstobjekte und die Münzensammlung.

sobieszowDas Schloss der Familie von Schaffgotsch in Hermsdorf. Es beherbergte das Archiv seit der Hälfte des 18. Jh. bis 1945.

Das in den 50er Jahren des 20. Jh. bereits unter polnischer Verwaltung gebildete „Rumpfmuseum", ohne der kostbarsten Sammlungen, befand sich ausschließlich im sog. Langen Haus (Teil des Klosterkomplexes, oder vielmehr der ehem. Präbende des Zisterzienserklosters zu Grüssau). 1965-1967 wurde es allmählich in den Norwegischen Pavillon (Restaurant im ehem. Füllner-Park) verlegt, der jedoch diesem Zwecke nicht angepasst war.

c1 74 14Der Norwegische Pavillon – Parkrestaurant 1909-1945.

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1109 1110 1110a 1103

Der Norwegische Pavillon wurde 1965-1967 renoviert und den Anforderungen des Museums angepasst.

h1 244 Der Norwegische Pavillon als Sitz des Naturkundemuseums in Jelenia Góra (Hirschberg).

134mWappen der Stadt Warmbrunn 1935-1945.

Die feierliche Eröffnung des neuen Sitzes des Museums in Cieplice Śląskie Zdrój (Bad Warmbrunn) fand am 3. Mai 1967 statt.
Die Ausstellungstätigkeit im Norwegischen Pavillon wurde am 6. November 2013 beendet.

2009 ist die Entscheidung über Übernahme eines Teils der ehem. Präpositur des Grüssauer Klosters in Grüssau, der Majoratsbibliothek, und nach Renovierung und Adaptation über Verlegung des Naturkundemuseums dorthin gefallen.
Die Renovierungsarbeiten dauerten von 2010 bis 2013 und wurden formell am 17. August 2013 beendet.
Seit dem 12. August 2013 befindet sich der formelle Sitz des Naturkundemuseums in Jelenia Góra (Hirschberg) im nördlichen Teil des ehem. Klosters – der Warmbrunner Präpositur der Abtei in Grüssau (seit dem Ende des 16. Jh. bis 1810). Hier hatten ihren Sitz auch die Majoratsbibliothek der Reichsgrafen von Schaffgotsch (1. Juli 1834 – 8. Mai 1945), die Wissenschaftliche Station und die J. S. Bandtke-Bibliothek (8. Juni 1947 – 2. Hälfte 1948), die Kunstlagerstätte des Ministeriums für Kultur und Kunst (1949 – 1951) und in den letzten Jahrzehnten – die Wäscherei, Tischlerei und Lagerräume der Verwaltung und der Zivilverteidigung des Kurbads Cieplice (Warmbrunn; 1952 – 2009).

DSC04835 Der neue Sitz des Naturkundemuseums in Jelenia Góra – ehem. Zisterzienserkomplex.

3. Das Naturkundemuseum in Jelenia Góra ist die landesweit einzige selbstständige Institution dieser Art. Andere Naturkundemuseen in Polen wirken in verschiedenen Rahmen oder Strukturen, z. B. als Institutionen der Universitäten, der Polnischen Akademie der Wissenschaften PAN, der National- oder Landschaftparks oder sind Abteilungen größerer Museen.

4. Ein Museum, darunter auch das Naturkundemuseum in Jelenia Góra, ist aus der Definition eine auserlesene Einrichtung mit einer Vielfalt von Funktionen und Aufgaben, zu den hauptsächlich die Sammlung von Kollektionen, deren Konservierung, wissenschaftliche Aufarbeitung und öffentliche Zugänglichkeit gehören. Es ist auch ein Ort, an dem die Besucher aktiv rekonstruieren, forschen und erleben können.
Um richtig zu funktionieren muss ein Museum finanziell unterstützt, ständig modernisiert und mit entsprechenden Investitionen ausgestattet werden, wobei es um zusätzliche äußere Finanzierung kämpft, wodurch es seine Tätigkeit erweitert. Es hat ihre Sammlungen für die kommenden Generationen zu verwahren und sie der jeweiligen Generation der Besucher zu präsentieren. Es ist zugleich der Wärter der Erinnerungen über Vergangenes und die in die Zukunft geschlagene Brücke. Dies ist seine wichtigste Herausforderung. Ein Museum (und im Allgemeinen alle Museen) und sein Sammlungsgut sind Orte, die künftig ein Zeugnis sind dessen, dass der Mensch und die Kultur eine große Bedeutung hatten und haben, trotz der Simplifizierung dieser Angelegenheiten zur Unterhaltung, zum Spaß und Vergnügen, zu dem gegenwärtigen „hier und jetzt", ohne einen Blick darauf, was den Mensch von anderen Lebenswesen unterscheidet.

5. Der Träger des Naturkundemuseums in Jelenia Góra ist die Stadt Jelenia Góra.

133b 133aStadtwappen und -fahne von Jelenia Góra.

6. Das Museum ist ins Register der Kulturellen Einrichtungen unter der Ziffer 4/92 vom 23. Juli 1992 eingetragen

7. Das Museum wirkt nach dem Statut aus dem Beschluss des Stadtrats von Jelenia Góra Nr. 27.XXIX.2012 vom 27. September 2012.

8. Das Museum besitzt eine von Herrn Direktor Stanisław Firszt 2012 entwickelte „Strategie für 2012-2014" mit der Möglichkeit der Weiterführung zahlreicher Aufgaben in den nachfolgenden Jahren.

9. Leiter und Direktoren:

a) Das Museum und seine Sammlungen wurden seit der Übernahme durch die polnische Administration von folgenden Personen geleitet:

13- Maria Langdo – 1946-1953: Leiterin des Museums (noch vor der Aufteilung der Sammlungen und der aufgezwungenen Spezialisierung)

111- Józef Bieniasz-Krzywiec – 1954: LvD. des entstehenden Naturkundemuseums im Langen Haus

b) Leiter des Naturkundemuseums:

- Józef Bieniasz-Krzywiec – 1954-1960: Leiter in Langen Haus

117- Herbert Kopton – 1960-1963: Leiter, der gegen den Auszug aus dem Langen Haus ankämpfte

15c- Dr. Alfred Borkowski – 1963-1976: Leiter des Naturkundemuseums in Warmbrunn; 1976-1989: Direktor Leiter des Naturkundemuseums in Jelenia Góra (im Norwegischen Pavillon)

115a- Andrzej Paczos M. A. – 1991-2008: Direktor; er bemühte sich um die Verbesserung der Ausstellungsmöglichkeiten infolge einer Übernahme der Teile der Räumlichkeiten im Warmbrunner Schloss

119lStanisław Firszt M. A. – seit 2008: Direktor, bemüht um die Rückkehr des Museums in die Räumlichkeiten des ehem. Klosters und die Anknüpfung an die Tradition der Sammlungen des Familie von Schaffgotsch, was 2009 möglich und seit 2010 umgesetzt wurde.

10. Im Museum wirkt der mit dem Beschluss des Stadtrats von Jelenia Góra vom 30. März 2010, Nr. 559/LXVI/2010 berufene Museumsrat.

Der Museumsrat des Naturkundemuseums in Jelenia Góra:
119e

- Vorsitzende – Zofia Czernow M. A.
- Anna Ragiel M. A.
- Irena Kempisty M. A.
- Prof. Dr. hab. Zbigniew Domosławski
- Prof. Dr. hab. Andrzej Grodzicki
- Prof. Dr. hab. Henryk Gradkowski
- Prof. Dr. hab. Piotr Migoń
- Prof. Dr. hab. Tadeusz Stawarczyk
- Dr. Andrzej Raj
- Roman Gramsz M. A.
- Zbigniew Sobierajski M. A.

11. Museumslogos

140In den 70er und 80er Jahren des 20 Jh.  MuzeumIn den 90er Jahren des 20 Jh.

133eEnde der 1990er Jahre bis 2011 133cab 2012

12. Das Museum ist Unterzeichner der Vereinbarung „Fideikomis Chojnicki" („Fideikommiss von Kynast") vom 15. April 2013.

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13. In unserer Tätigkeit bemühen wir uns um die Fürbitte des Hl. Franziskus von Assisi (1181-1226), der 1979 der Papst Johannes Paul II. zum Schutzheiligen der Ökologen und der Ökologie, der Natur und des Naturschutzes ernannte. Hl. Franziskus verehrte die Natur und war ein großer Freund der Tiere; er war der Urheber der Idee der „Weihnachtskrippe von Bethlehem", eines bis heute wichtigsten Elements der Weihnachtsfeier. Am Festtag des Heiligen (4. Oktober) wird der Welttierschutztag begangen. Der Schutzheilige des Hl. Franziskus ist Hl. Johannes der Täufer (Festtag am 24. Juni).
135eHl. Franz von Assisi, Albert Chevallier Tayler (1862-1925), Ölgemälde 1898.

„Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns ernähret und lenkt (trägt)
und vielfältige Früchte hervorbringt
und bunte Blumen und Kräuter."
                          Fragment des „Gesangs auf die Schöpfung", der „Sonnengesang" von Franz von Assisi

P1011134 Zeichnung: Karol Szandurski, Grundschule Nr. 11 in Jelenia Góra

14. Seit vielen Jahren unternimmt das Museum Aktionen, die mit der ökologischen Bildung für die Region Jelenia Góra und Niederschlesien verbunden sind, und nimmt dank dessen an der allgemeinen ökologischen Bildung teil. Sie werden im Rahmen des „Programms der ökologischen Bildung für Niederschlesien" organisiert. Dieses Bestreben wurde unter anderem in Inhalt dieses Dokuments anerkannt: „Die ökologische Bildung findet ebenfalls in museal-wissenschaftlichen Einrichtung statt. Die aktivsten Institutionen sind das Naturschutzmuseum in Jelenia Góra und der Botanische Garten in Wrocław. Ihre Aktivitäten konzentrieren sich auf dem Bereich der Natur und nehmen die Form thematischer Ausstellungen, Veröffentlichungen, Schulungen und Jugendwerkstätten an."

P1011135 Der Berggeist – Schutzpatron der Natur und der Region Jelenia Góra" – Zeichnung von Michał Szandurski, Grundschule Nr. 11 in Jelenia Góra im Rahmen des Wettbewerbs „Ich kenne die Natur meiner Stadt und meiner Region".

15. Seit 1998 ist das Museum Herausgeber der eigenen wissenschaftlichen Zeitschrift „Przyroda Sudetów" („Die Natur der Sudeten") und seit 2009 – populär-wissenschaftliche Quartalhefte „Ogród Ducha Gór" („Berggeists Garten", seit 2013 in Online-Version).

16. Jede Einrichtung, ob kommerziell oder nicht, wie im Fall des Museums, bemüht sich vorrangig um die Zufriedenheit der Besucher, verstanden nicht nur als Erfüllung ihrer Ansprüche, aber auch der Zuvorkommen ihrer Erwartungen. Die Besucher entscheiden über den Erfolg des Museums und sind wesentlich für seine Tätigkeit und Entwicklung. Dieser Grundsatz unterstreicht die dienliche Rolle des Museums gegenüber den Besuchern.

17. Besucherzahlen 2006-2013:

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2006 – 24.334 Personen (darin: 19.928 Museumsbesucher)
2007 – 29.237 Personen (darin: 23.300 Museumsbesucher)
2008 – 31.261 Personen (darin: 20.926 Museumsbesucher)
2009 – 33.688 Personen (darin: 21.890 Museumsbesucher)
2010 – 43.152 Personen (darin: 24.700 Museumsbesucher)
2011 – 41.641 Personen (darin: 27.332 Museumsbesucher)
2012 – 48.689 Personen (darin: 35.702 Museumsbesucher)
2013 – 41.257 Personen im Umzugsjahr (darin: 31.088 Museumsbesucher)

18. Am Museum ist die „Gesellschaft für die Natur der Westsudeten" selbstlos tätig.

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http://ztp.eko.org.pl/

Phönix aus der Asche
(von Stanisław Firszt)

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Fiat iustitia! (Es geschehe Gerechtigkeit!)

Am 30. November 1810 hat die Preußische Regierung das bis heute folgenschwere Edikt über Säkularisation der Kirchen- und Klostergütern in Schlesien erlassen. Die Klöster wurden aufgehoben, ihr Vermögen durch die Schatzkammer des Königreichs Preußen übernommen. Die Klostergebäude wurden von den Mönchen verlassen, das Inventar verkauft. Neben den Gerätschaften des täglichen Gebrauchs befanden sich darunter auch Kunstwerke, oft von großem historischen und künstlerischen Wert, ferner auch Büchersammlungen und Archive. Die leer stehenden Klostergebäude wurden ebenfalls verkauft.
Dieses Schicksal widerfuhr auch dem Zisterzienserkloster in Warmbrunn, das seit dem 13. Jh. bestand, anfangs als Augustinerkloster und ab dem 15. Jh. als Zisterzienserkloster. Ihre 400-jährige Anwesenheit in Warmbrunn hinterließ deutliche Züge in der Architektur des Kurbads, da nach dem Umbau ihr Klostergebäude das Zentrum der Ortschaft dominierte. Die heutige Form nahm das Gebäude im 17. und 18. Jh. Die besten Jahre des Komplexes endeten mit dem Verlust Schlesiens durch das Haus Habsburg und der Übernahme der Provinz durch das Königsreich Preußen 1740. Der verlorene Französische Krieg und die aufgelegten Kontributionen zwangen Preußen zur Säkularisation.
Die verwaisten Gebäude des Warmbrunner Klosters wurden zum Verkauf ausgestellt. 1812 erstand sie Johann Nepomuk Gotthard Schaffgotsch – derselbe, der 1784-1788 das prachtvolle Warmbrunner Schloss bauen ließ.
Einen Teil des Komplexes: das Tor im Glockenturm, die Kirche, das Pfarrhaus, die Pfarrschule und die Hälfte des Klostergebäudes übergab er der hiesigen katholischen Gemeinde, den anderen Teil: die zweite Hälfte des Klosters, das Lange Haus, das Rote und Weiße Haus und die Ludwigsquelle behielt er für sich.
1816-1833 dauerten im „gräflichen” Teil des Klosters Renovierungs- und Ausstattungsarbeiten an, da künftig hierher die Sammlungen der Familie von Schaffgotsch untergebracht werden sollten, die zu dieser Zeit an verschiedenen Orten verstreut waren.
1833-1834 gelang dieses Leopold Christian Gotthard, der hierhin zuerst die Bibliothek und dann nach und nach die Militaria, Kunstwerke, historische Exponate, Erzeugnisse des Kunsthandwerks, geologische und naturwissenschaftliche Objekte verlegte. 1834 wurden die Sammlungen der Öffentlichkeit vorgestellt.
Seine Nachfolger, Leopold Gotthard und Ludwig Gotthard, haben die Kollektionen erweitert: den Bücherbestand, die naturwissenschaftliche und numismatische Sammlung, die Kunst-, Kunsthandwerk- und Volkskunstsammlung.
Unter dem letzten der großen Vertreter des Hauses Schaffgotsch, Friedrich Gotthard (1887-1973), dem die polnische kommunistische Regierung eine Bestattung in der Familienkrypta in der Johanneskirche verweigert haben, erreichte die Warmbrunner Kollektion ihren Höchstpunkt der Entwicklung. Sie bekam den Beinamen „schlesische Schatzkammer“. Seit 1920 waren die Kollektionen öffentlich zugänglich, wie ein Museum oder vielmehr – eine wissenschaftliche Einrichtung.
Die Sammlung bestand aus mehreren Teilen. Im Warmbrunner Schloss befanden sich die Kunstwerke und die Möbeln als Ausstattung des Hauses, hier war auch die Münzensammlung untergebracht. Das Schloss in Hermsdorf (heute: Sobieszów) beherbergte die umfangreichen Archivalien, darunter Urkunden, Karten und Pläne. Die übrigen Sammlungen wurden im ehem. Kloster ausgestellt: im Langen Haus – die naturwissenschaftlichen und teilweise die historischen Exponate, im Klosterhauptgebäude am Fluss Zacken – die prachtvolle Büchersammlung, Militaria, Kunsthandwerkerzeugnisse und Kunstwerke.
Ein abruptes Ende dieser Entwicklung und gewissermaßen der Raub der schlesischen Schatzkammer erfolgte nach 1945. Die polnischen Dekrets und Gesetze vom 1944-1950 und die neue polnische Verwaltungsstruktur, aber auch die polnische Staatsräson und zahlreiche innen- und außenpolitische Faktoren führten zur Aufteilung und Zerstreuung der Sammlungen, die seit Jahrhunderten von dem seit 1620 mit den Piasten verwandten Geschlecht Schaffgotsch zusammengetragen wurden. Innerhalb von 7 Jahren wurde all das zerstört, was in den vergangenen vier Jahrhunderten zusammengetragen wurde.
In Polen wird das Schicksal des Ossolineums betraut, dessen Sammlungen zerteilt und teilweise zerstreut wurden, doch das Los des schlesischen „Schaffgotschianum” trifft auf Gleichgültigkeit. Es ist höchste Zeit, der historischen Gerechtigkeit Genüge zu tun.
Denn es ist der ganzen Kultur unserer Region nach dem Kriege ein großes Unrecht zugefügt worden. Die Schaffgotsch’schen Sammlungen wurden allmählich „abgesichert“, „aufgeteilt“ und „“adoptiert“ von diversen Einrichtungen in Polen, mit „gerichtlicher Zustimmung“ (der damaligen Machthabern), wie ein „verwaistes“ Kind einer „Ehe der deutschen Adelsfamilie und des Geschlechts der Piasten“. Vor Ort wurden angeblich keine würdigen „Babysitter“ gefunden, doch landesweit gab es genügend willige „Pflegeväter und -mütter.“
Bereits 1945 wurde das Hermsdorfer Archiv weggebracht Die Ausstattung und die Sammlungen aus dem Warmbrunner Schloss – in den Jahren 1948-1950; es waren die kostbarsten Schätze des „Schafftgotschianum“. Einige Sammelobjekte wurden im Langen Haus untergebracht, aber auch von hier sind 1952-1954 viele Exemplare verschwunden. Der Restbestand, also die naturwissenschaftliche Kollektion, blieb dort bis 1965, als sie in den Norwegische Pavillon im ehem. Warmbrunner Füllner-Park verlegt wurde.
Der Widerspruch der örtlichen Betreuer und Wissenschaftler blieb erfolglos. Das letzte, verwaiste Kind des „Schaffgotschianum“ weilte in diesem holzenden, ungeeigneten Gebäude über 40 Jahre lang. Aus verschiedenen, oft kurzsichtigen Gründen haben die Betreuer es der Welt verheimlicht, dass dieses „Kind“ viel „Geschwister“ hatte, die nun in ganz Polen unter Obhut wichtiger und bedeutender „Pflegeeltern“ verteilt war.
Es ist höchste Zeit, dass dieses vor einem halben Jahrhundert getrennte Geschwister wieder in ihr altes Familienhaus zurückkehrt. Die Frage ist nur, ob die bisherigen Hüter der Aufgabe gewachsen sind und alle „Kinder“ den rechtskräftigen Eltern zurückgeben.
Die bisherigen Direktoren des Naturkundemuseums in Jelenia Góra (des letzten „Kindes“ des Schaffgotschianums) wiesen darauf hin, dass der jetzige Sitz dieser Institution für die Museumszwecke nicht geeignet ist. So war es in den 1960er Jahren (Jerzy Koptoń), in den 1970er und 80er Jahren (Alfred Borkowski) und auch in der Jahrhundertwende (Andzrej Paczos). Der letzte versuchte an die jahrhundertlange Tradition des Museums anzuknöpfen.
Weder die Zeiten, noch die Möglichkeiten der Stadt Jelenia Góra in den vergangenen Jahren konnten eine Verbesserungen der räumlichen Umstände des Museums in Aussicht stellen. Eine Zusammenfügung der Sammlungen war ausgeschlossen: das Museum besaß keine entsprechende Ausstellungs- und Lagerflächen, keine Perspektive für einen Ausbau, ein ungeeignetes Statut, das ein Anknüpfen an die glänzende Vergangenheit verbot. Es gab auch eine gewisse Mauer des Schweigens.
Auch die nacheinander folgenden Stadtverwaltungen haben sich des Schicksals der verwaisten Sammlungen nicht interessiert.
Doch ihre Situation kann sich – so die aufgehende Hoffnung – in den kommenden Jahren zum Besseren wenden, es sei denn, dass die „großen Protektoren“ des Nachlasses einen Wiederaufbau des Schaffgotschianum zu verhindern versuchen.
Über die Notwendigkeit dieser Veränderungen habe ich seit vielen Jahren geschrieben. Besonders habe ich mich mit dem Problem 2005-2007 befasst, als ich darauf hingewiesen habe, dass die räumlichen Bedingungen aller Museen in der Region weit hinter den in den Nachbarländern herrschenden Standards liegt. Damals entstand auch die Idee des Ausbaus und der Modernisierung des Muzeum Karkonoskie in Jelenia Góra (2006-2007). Wir haben zu dieser Zeit auch mit Direktor Andrzej Paczos die Möglichkeiten der Verbesserung der Arbeitsbedingungen des Naturkundemuseums und der Anknüpfung an seine herrliche, gezielt ausradierte Vergangenheit besprochen. Er sah das künftige Museum im Gräflichen Schloss, meine Ansicht war eine andere – im Schloss war niemals ein Museum untergebracht, es ist Eigentum der Technischen Hochschule in Wrocław, die das Gebäude instand hält. Der gemeinsame Gedanke der Auseinandersetzung war die notwendige Verbesserung der räumlichen Bedingungen.
Die Situation änderte sich, als mich mein Berufsweg mich nach Cieplice brachte. Ich übernahm die Leitung des Naturkundemuseums als Nachfolger meines herzlichen Freundes, Andrzej Paczos. Dieses unerwartete Ereignis beruhigte meinen Vorgänger, der sich um die Zukunft des Naturkundemuseums besorgt zeigte und mir die Möglichkeit zur Realisierung einer wahrhaftig titanischen Vision gab. Ich wollte aus dem vernachlässigten, ungeliebten Kind, aus dem Naturkundemuseum in Jelenia Góra, das oft „Vogelmuseum“ oder „Ornithologisches Museum“ genannt wurde, eine würdige Institution machen, die es verdient, die alten Kunstschätze wieder bei sich unterzubringen. Diese „Kinder“ gehören hierhin, ihrer können wir und vor der ganzen Welt rühmen.
An den geläufigen Namen („Vogelmuseum“) anknüpfend, habe ich beschlossen, dass ich daran arbeiten werde, dass sich dieses Museum wie „Phönix aus der Asche“ erheben muss. Diese Vision ist auf Zuneigung der Stadtverwaltung von Jelenia Góra gestoßen, ich hoffe – auch auf die Zuneigung der Einwohner von Jelenia Góra und insbesondere von Cieplice.
In dieser Angelegenheit habe ich mich im Juli/August 2008 mehrmals mit dem Oberbürgermeister von Jelenia Góra Dr. Marek Obrębalski, dem Vorsitzenden der Kurverwaltung Roman Jałako und dem Leiter des Woiwodschaftamts für Denkmalschutz in Wrocław, Niederlassung Jelenia Góra, Wojciech Kapałczyński getroffen. Er war es, der vorgeschlagen hat, dass das Naturkundemuseum in Jelenia Góra Anstrengungen unternehmen sollte, in das Klosterhauptgebäude zurückzukehren. In den Jahren 1833-1950 befand sich dort die Gräfliche Bibliothek und ein Teil der Sammlungen der Familie Schaffgotsch und seit 1951 – das Wirtschaftslager und die Wäscherei der Kurverwaltung. Den Willen zur Angabe des Objekts erklärte am 22. August 2008 der Vorsitzende der Kurverwaltung und am selben Tag entschied der Oberbürgermeister von Jelenia Góra über weiteren Maßnahmen in diesem Bereich. Im Laufe des Jahres 2009 dauerten Gespräche zwischen der Stadt Jelenia Góra und der Kurverwaltung und Vorbereitungen für die Übernahme des Objekts.
Im selben Jahr wurde in der Abteilung der Europäischen Förderungsmittel des Stadtamtes von Jelenia Góra das Projekt im Rahmen des Regionalen Operationsprogramms der Woiwodschaft Niederschlesien für die Jahre 2007-2013 unter dem Namen „Ehemaliges Zisterzienserkomplex in Jelenia Góra“ eröffnet, an dem Mittel der EU, des Europäischen Fonds der Regionalen Entwicklung beteiligt waren. Einen wichtigen Teil des Projekts bildete die Frage eines neuen Sitzes des Museum. Der Antrag wurde positiv Beurteilt und bekam die finanzielle Förderung.
2010 wurden die Pläner erarbeitet, der Hauptunternehmer gewählt („Castellum“) und Gespräche geführt. Im Oktober 2010 übergab die Kurverwaltung das Objekt der Stadt Jelenia Góra, diese – dem hauptausführenden Unternehmen.
Das Museum und die Sammlungen der Gräflichen Familie müssen wie „Phönix aus der Asche“ auferstehen, weil ohne sie ist Cieplice leer und traurig, das Angebot unvollständig und der Kurort einen Teil seiner Identität einbüßt.
Schlussbemerkungen
Wenn sich das Museum in Jelenia Góra-Cieplice als Bereicherung für die Kultur und Wissenschaft entwickeln soll, was ohne der Änderung der heutigen Situation nicht möglich ist, muss es eine vollkommene Transformation durchleben und sich von den Untergang der Jahre 1952-1964 erheben. Es muss den Sprung in das 21. Jh. machen und die ihm gebührende Stellung einnehmen, die seiner prächtigen Geschichte entspricht. Die Verwirklichung dieser Aufgabe hängt von der guten Zusammenarbeit vieler Personen und Behörden. Die Realisation der oben abgesteckten Ziele bringt mit sich zahlreiche Herausforderungen im Bezug auf die Organisation, Finanzierung und Kompetenzen, doch das im Museum vorhandene wissenschaftliches Potenzial und die Qualität der Sammlungen berechtigen die These, dass man diese Richtung einschlagen sollte, um die Bedeutung dieser Institution zu unterstreichen. Bereits heute gehört das Museum zu den führenden Kulturinstitutionen der Region im Bereich der Naturkunde und Ökologie, der Regionalgeschichte; es ist polenweit bekannt und hat ein unbegrenztes Entwicklungsvermögen. Wenn sich diese Vision verwirklicht, werden Jelenia Góra und ihre Einwohner einen Grund mehr stolz zu sein. Auch die Touristen und Kurgäste werden diese Institution bewundern. In der neuen Formel wird das Museum zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Region gehören. Es trägt auch zur Belebung diesen Teils der Stadt bei. Die einstige „Schatzkammer Schlesiens“, wie die Sammlungen der Familie Schaffgotsch genannt wurden, erleuchten in ihrer alten Pracht.

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„Nach einem Fall muss man sich mit großer Liebe und Geistesstärke erheben und sofort voranschreiten“

Hl. Maksymilian Maria Kolbe, Franziskaner

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